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27.12.08 Elefantenjaspis
 

 

Elefantenjaspis vom Truppenübungsplatz Baumholder

von Hartmut Fuß



 
Im Vorfeld der Feier anlässlich des 70-jährigen Bestehens des Truppenübungsplatzes Baumholder, erinnerte man sich an das Vorkommen des
in früheren Jahrhunderten europaweit begehrten Elefantenjaspis auf dem Truppenübungsplatzgelände.

Mit Unterstützung der Truppenübungsplatzkommandantur wurde 1995 erstmalig wieder gezielt nach den historischen Achat- und Jaspisfundstellen gesucht. Anhand der damals gewonnenen Erkenntnissen und den Beschreibungen in alten Veröffentlichungen ( FERBER 1776), machten sich im Frühsommer dieses Jahres, Bedienstete der Truppenübungsplatz- Kommandantur auf die erneute Suche nach diesem ehemals so wertvollen Jaspis. Die Suche fand im heutigen Zielgebiet des Truppenübungsplatzes in der Nähe der Wüstung Mambächel statt. In einer Tiefe von ca. 6 Metern stieß man dort auf die gesuchte Quarzvarietät. Nur wenige Brocken konnten geborgen werden. Diese wurden anlässlich der im Rahmen des o.g. Jubiläums stattgefundenen Mineralien-Ausstellung, neben Achaten und Kristallstufen von den Fundorten auf dem Truppenübungsplatz Baumholder, dem Publikum erstmals präsentiert.
Der aktuell gefundene Elefantenjaspis, war stets begleitet von massivem, schneeweißen und rötlich-weißen Baryt. Die Größe der zur weiteren Bearbeitung geeigneten eigentlichen Jaspisbereiche, war somit abhängig vom umhüllenden, bzw. eingelagerten Baryt.
Der Jaspis  selbst ist honiggelb bis dunkelbraun gefärbt mit eingelagerten schwarzen Hämatitarealen. Sein Aussehen gleiche somit dem von Elefantenhaut.

Der Meininger Herzog Anton Ulrich (1687 – 1783)
Er wird von Historikern beschrieben als äußerst gebildetes Oberhaupt des Herzogtums Sachsen-Meiningen. Schon in jungen Jahren führten ihn längere Reisen in die Zentren der europäischen kulturellen Zentren die ihn in seinem späteren Leben letztendlich zu einem großen Förderer von Kunst und Kultur werden ließen. Seine Liebe zu Edelsteinen und Mineralien trieben ihn dazu, eine sehr beachtliche Sammlung zusammenzutragen. Vorrangig suchte er nach Mineralien und Steinen, die sich bearbeiten also, schneiden, schleifen und polieren ließen.  Bearbeitete Achate und Jaspise aus der Saar-Nahe-Region fanden somit einen Platz in den herzoglichen Sammlervitrinen.  Dabei viele Exponate von den Fundstellen um Idar-Oberstein und aus den Achat- und Jaspisgruben auf dem heutigen Truppenübungsplatzgelände. Neben Drusen und Kristallstufen auch Dosen aus Jaspis und Achat , auch einige aus dem seltenen sog. Elefantenjaspis.*

Nach dem Erliegen der professionellen Achatsuche im hiesigen Raum ging das Interesse an dieser Jaspisart verloren. So ist es verständlich, dass kaum mehr  Kenntnisse über das Vorkommen und den Fundorte des Elefantenjaspis bei den heutigen Sammlern anzutreffen sind.  Die Lage mitten im Zielgebiet des Truppenübungsplatzes trug mit dazu bei.


Ich darf hier nochmals betonen und darauf hinweisen, dass für Unbefugte das Betreten des Truppenübungsplatzes strengstens verboten ist und in keinster Weise geduldet wird. Zuwiderhandlungen werden mittlerweile sofort zur Anzeige gebracht. 
                                                                                                                                  

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Empfohlene Literatur:
Naturhistorisches Museum Schloss Bertholdsburg; Schleusingen. 
Veröffentlichungen Band 10 / 1995

- R. Schmidt, Suhl Seiten 87 – 120 Die Schmucksteinsammlung des Meininger Herzogs Anton Ulrich