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26.06.12 Börsenrückblick 2012

 Freisener Mineralientage 2012
von Hartmut Fuß

Sonntag 17:00 Uhr: die Türen der Bruchwaldhalle schließen – die 29.Internationale Mineralienbörse Freisen ist zu Ende.

Für die kleine Gruppe „steineverrückter“ Mitglieder des Mineralienvereins Freisen ( MVF ) neigt sich eine arbeitsreiche, teilweise recht stressige Woche dem Ende entgegen. Nur noch 3 Stunden Aufräumen und Säubern des Veranstaltungsortes dann ist es wieder mal geschafft..
Danach die Beine hoch, ein kühles „Blondes“, einen Schwenker oder eine Grillwurst und den verdammt langen letzten Tag, abgekämpft aber trotzdem zufrieden, ausklingen lassen.

Schürfaktion

Die Vorbereitungen, die schon Ende 2011 ihren Anfang nahmen, fanden in der zweiten Juni-Woche sozusagen bei den " Freisener Mineralientagen " ihren Höhepunkt. Angefangen hat alles mit dem Abziehen der Ackerfläche, die in diesem Jahr zum Achate suchen zur Verfügung stehen sollte. Dem Wunsch einiger, an früheren Schürfaktionen teilnehmenden Mineraliensuchern entsprechend, wurden in diesem Jahr bis ca. 80 cm der Ackerkrume abgetragen. Dem achatführenden Melaphyr kam man so doch ein gutes Stück näher.

Für die diesjährige Schürfaktion hatten sich über 30 Achatsucher angemeldet – etwas weniger als in den Jahren zuvor. Die abgesteckten Claims wurden somit größer - die Sammlerkollegen sollten sich beim Ausheben der Grube somit nicht in die Quere kommen.
Das Mähen der angrenzenden Wiese, das Abstecken der Parkflächen, der Zeltaufbau liefen parallel. So war am Dienstagabend der Tisch bereitet und die Schürfer konnten tags darauf anrücken. Jetzt musste, wie in den Jahren zuvor, nur noch das Wetter mitspielen.

Doch böse Vorahnungen bestätigten sich schon früh am ersten Schürftag : von dem eigentlich zu den Freisener Mineralientagen angesagten Superwetter, war weit und breit nichts zu sehen; dunkle, tiefhängende Wolken und Nebelschwaden hüllten den Mühlenberg in ein gespenstisches Grau. Es schüttete teilweise wie aus Kübeln. Konnte die Schürfstelle die Wassermassen vertragen? Welches Bild würde sich mir oben bieten? Schon die Anreise durch Regenwände und überflutete Feldwirtschaftswege ließen Böses erahnen. Und dann noch aus dem Autoradio auf SWR3 : Wann reißt der Himmel auf..“ von der Gruppe Silbermond. Zur Mittagszeit war’s dann soweit: so überfallartig die Regenmassen in die Region einzogen, so rasch gaben sie nach dem Abladen ihrer feuchten Fracht den Mühlenberg wieder frei.
Erstaunlich war, dass die natürliche Drainage der Schürfstelle das Nass recht schnell versickern ließ und die Sammlerkollegen ihre Suche beginnen konnten.
Die Donnerstags-Gruppe konnte schon frühmorgens mit der Suche nach den begehrten Mühlenberg-Achaten beginnen.

    

   

   

   

   

   

   

   

   

Wie in den Jahren zuvor, wurden einige Kubikmeter Aushub per Muskelkraft bewegt. Durch das tiefere Ausbaggern, wurde recht schnell das anstehende, drusen- und mandelführende Gestein erreicht. Dass die Erwartungen nicht aller Sammlerkollegen erfüllt wurden, liegt in der Natur der Sache. Dies ist dem Großteil der Sammler eigentlich auch bewusst. Nicht jeder Besuch einer Fundstelle, nicht jede mühsame Anreise, nicht jede stundendlange Quälerei bei der Suche nach den „verborgenen Schätzen“ wird durch reichhaltige Funde belohnt. So traf man auch in diesem Jahr wieder auf den ein oder anderen mehr oder weniger enttäuschten Sammlerkollegen.

Die Mehrzahl der Sammler konnte Mandeln aus teils verwittertem, grießigem Untergrund, teils hartem Anstehenden bergen. Was sich letztendlich im Inneren der Mandeln verbirgt, stellt sich erst nach dem Sägen heraus. Sicherlich erfüllt nicht jede Mandel die Erwartungen; bestimmt entpuppte sich das ein oder andere „grün ummantelte, verheißungsvolle Ei“ letztendlich als hässliches Entlein. Aber sicherlich hat der Berg auch in diesem Jahr wieder den ein oder anderen „Knaller“ freigegeben.

Neben dem Schürfen nach Achaten war auch in diesem Jahr das gemütliche Zusammensein ein ganz wichtiger Bestandteil dieses Events. Fachsimpeln und Informationsaustausch, Geselligkeit und gemütliches Beisammensein bei einem frisch gezapften Bier und einem delikaten Schwenkbraten war vielen, der aus ganz Deutschland angereisten Sammler, ebenso wichtig wie die oft mühevolle Suche nach den Schätzen des Mühlenberges.

Sofern Sie über eine schnelle Internetverbindung verfügen, können Sie hier auch noch Videos von der Schürfaktion sehen:

VIDEO 1      VIDEO 2


Börse


Auch in diesem Jahr stand die Börse wieder unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Saarländischen Landtages, Herrn Ley. Der Vorsitzende des MVF durfte den Landtagspräsidenten, den Landrat des Kreises St. Wendel Udo Recktenwald, den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Herrstein Uwe Weber, den Bürgermeister der Gemeinde Freisen Herrn W. Alles, den Präsidenten der Deutschen Edelsteinstrasse Herrn Martin Schupp, sowie die amtierende Deutsche Edelsteinkönigin Julia Hess herzlich begrüßen. Beim Börsenrundgang zeigten sich die Ehrengäste wieder ein Mal beeindruckt von der Form- und Farbenvielfalt der Achate und Kristallstufen aus der Saar-Nahe-Region.

Mehr als 50 Aussteller aus dem In- und Ausland präsentierten auf über 100 Tischen ihr Angebot. Die Mehrzahl der Anbieter füllten ihre Tische mit einheimischen, sprich Mineralien aus der Saar-Nahe-Hunsrück- Region.

So hatten einige Anbieter wunderschöne Stufen und Drusen aus dem Steinbruch Juchem bei Niederwörresbach auf ihren Tischen. Rauchquarz-, Amethystdrusen der Spitzenklasse konnten käuflich erworben werde, Das Highlight des „Juchem-Angebotes“ war auf dem Tisch eines jungen Juchem-Sammlers zu finden: die extrem selten vorkommenden FLUORITE aus dem Juchem; teilweise in Quarzdrusen auf und zwischen Kanonenspäten, teils zwischen warzigen Calciten auf Quarz aus Spalten.

Achate aus der Fundregion um Baumholder waren ebenso auf den Tischen zweier Sammler zu finden, wie wunderschön aus Baumholder-Achat gefertigte Skulpturen. Selten angebotene Achate von historischen Fundstellen auf dem Truppenübungsplatz und Zeolithstufen aus einem mittlerweile aufgelassenen Stbr. bei Baumholder rundeten hier das Angebot ab.

Die erloschenen Fundstellen Stbr. Steinbach bei Lebach und Teufelskanzel bei Oberthal liefern seit Jahren keine Neufunde mehr. Trotzdem konnte man auch von diesen Fundorten auf mehreren Tischen echte Sahnestückchen finden. Und dies zu Preisen, die eigentlich heuer noch nicht mal die Bearbeitungskosten abdecken.

     

     

     

     

     

     

 


Achate aus der Region um Freisen bilden, trotz mangelnder Neufunde in den zurückliegenden 12 Monaten, den Schwerpunkt der Börse. Die Vereinsmitglieder und andere Aussteller sorgten mit ihren reich bestückten Auslagen dafür, dass ein großes Angebot an bekannt farbenfrohen Achaten zu bewundern und zu erwerben war.

Neben all den einheimischen Exponaten, waren selbstverständlich auch Händler mit erstklassigen Achaten aus der ganzen Welt auf der Börse vertreten. Daneben waren versteinerte Hölzer aus Süd- und Nordamerika und Afrika, ebenso Bestandteil des Börsen-Angebotes wie auch repräsentative Mineralienstufen von allen Kontinenten.

In einer großen Standvitrine konnten die Mitglieder des MVF im Rahmen einer Sonderschau die besten Neufunde aus jüngster Vergangenheit präsentieren. Es handelte sich um teilweise ungewöhnlich große Achate von den Fundamentarbeiten für die neuen Windräder auf der Freisener Höhe. Auch konnten die in ihrer Struktur ganz typischen Membrantrümmer – Achate, ebenfalls bei Erdarbeiten für Kabelkanäle auf der Freisener Höhe gefunden, bestaunt werden. Ganz besonders fielen in diesem Zusammenhang die sehr seltenen blau – schwarz gefärbten Achate mit ihren bizarren Strukturen auf.

Top – Achate vom Mühlenberg, die erstmalig ausgestellt wurden, trugen ebenso mit dazu bei, dass die Sonderausstellung beim Publikum außerordentlich große Anerkennung fand.

weitere Bilder folgen in Kürze!

 

Zu Erwähnen wäre noch ein seit wenigen Wochen auf dem Markt befindliches Buch über den Stbr. Karrenberg bei Reichweiler. Eigentlich ein unbedingtes Muss für den Sammler von Mineralien aus der Saar-Nahe-Region. Dieses wunderschön gestaltete Buch wurde auf zwei Tischen angeboten. Es präsentiert exklusive Achate und weitere Karrenberg-Mineralienstufen aus diesem geschlossenen Steinbruch, welche in 2011 auf einer Sonderausstellung in Imsbach zu sehen waren. Auch dem Liebhaber exzellent schöner Achate sollte diese Veröffentlichung ans Herz gelegt werden.



Eigentlich überflüssig zu erwähnen, da jedes Jahr für viele der Börsenbesucher ein unbedingtes MUSS : das große Kuchenbuffet ! Den Frauen der Vereinsmitglieder sei für die tagelange Küchenarbeit und ihrem unermüdlichen Einsatz während der Börse gedankt. So herrschte auch in diesem Jahr wieder großes Gedränge vor der Kuchentheke – und dies obwohl schon kurz vor 09:00Uhr die ersten Bestellungen aufgegeben wurden. 35 Torten und Kuchen ließen so manchen Börsenbesucher kulinarisch gewaltig über die Stränge schlagen.

Auch in dem wenige Gehminuten vom Börsenplatz entfernt gelegenen vereinseigenen Mineralienmuseum, in der Alten Schule, herrschte am Börsentag reger Andrang.