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17.10.12 Baggeraktion auf dem Mühlenberg
 

Baggeraktion auf dem Mühlenberg in Freisen

 

Von Frank Podmelle

 

Früher Morgen herrschte in Freisen. Es war noch kalt und dunkel, doch nach kurzer Zeit sah man am Horizont schon ein schönes Morgenrot als sich am Freisener Mühlenberg zehn Mitglieder des Mineralienvereins Freisen zu einer schon seit einiger Zeit geplanten Suchaktion einfanden.

 

Ziel der Grabung war es, einige Top Achate für das Mineralienmuseum Freisen zu gewinnen sowie eine neue Stelle für zukünftige Schürfaktionen, die im Rahmen der Freisener Mineralienbörse schon dreimal erfolgreich durchgeführt wurden, zu prospektieren. Natürlich wollten wir auch nicht zuletzt einige Achate finden, die die Vitrinen der Vereinsmitglieder zieren sollen.

 

Der Mühlenberg ist ja in Insiderkreisen ja mittlerweile bekannt für exzellente Achate in den verschiedensten Farben.

 

Der Wetterbericht für den Samstagmorgen war schlecht, Regen war angesagt. Doch wir hatten Glück, es gab keinen Tropfen Regen und sogar die Sonne zeigte sich. Ab und zu irrt sich auch mal der Wetterbericht – Gott sei Dank!

 

Es war gar nicht so einfach, einen Bagger für die Grabungsaktion zu bekommen, es gibt zahlreiche Bauvorhaben rund um Freisen und die verfügbaren Bagger sind alle ausgelastet. Doch auch hier hatten wir Glück und bekamen einen Tag vor der geplanten Aktion doch noch die Zusage eines Bauunternehmers, der uns einen Bagger zur Verfügung stellte.

 

Pünktlich um 8:00 Uhr hörten wir  schon die Motorgeräusche des herannahenden Baggers und einen Moment später war er auch schon an der von uns eingemessenen und  festgelegten Grabungsstelle auf dem Mühlenberg.

 

Zunächst wurde die Humusdecke zur Seite geschoben und separat aufgeschichtet, bevor mit dem eigentlichen Aushub begonnen werden konnte. Dies war uns sehr wichtig, da wir nach der Grabung unbedingt wieder den ursprünglichen Zustand des Ackers herstellen wollten.

 

Schon nach wenigen Baggerschaufeln wurde das Material besser, es zeigte sich dann auch direkt die allseits so heiß  begehrte „grüne Schicht“, in der die Achatmandeln oft in perfekter Qualität eingebettet sind. Diese „grüne Schicht“ besteht aus einem grusig zersetzten Melaphyr und garantiert in der Regel auch oftmals ergiebige Achatvorkommen.

 

Und auch die ersten Achatmandeln ließen nicht lange auf sich warten. Wir hatten uns in zwei Gruppen aufgeteilt, vier Mitglieder des Vereins standen am Baggerloch und die anderen sechs Mitglieder orientierten sich rings um den Aushubhügel, um möglichst optimal alle ausgegrabenen Achateier aufzusammeln. An der Lautstärke der „Ohhhs“ und „Ahhhhhhs“ konnte man die Größe der jeweils gefundenen Achatmandeln ablesen. Leider setzte sich die grüne Schicht nicht in alle Richtungen fort und auch in der Tiefe fanden sich im felsigen Untergrund keine Achatmandeln mehr. So beschlossen wir nach fünf Stunden Baggereinsatz die Aktion zu beenden und das Loch wieder zu verfüllen.

 

Kurz vor dem Ende der Aktion fanden wir noch einen mehrfarbigen Superachat mit etwa 35 cm Durchmesser, der zwar in mehrere Teile zerbrochen war, aber dennoch sicher nach dem Schleifen einige Top Stücke ergeben wird.

 

     

 

     

 

 

Insgesamt war die Aktion sehr erfolgreich und es warten nun zwei große Eimer voll mit Achatmandeln von bester Qualität auf's Sägen und Polieren.

 

Was wird der Mühlenberg uns in Zukunft noch bringen? Welche Achate wird uns die Natur noch schenken? An welcher Stelle graben wir das nächste Mal?

 

All diese Fragen geistern schon jetzt wieder in uns herum. Die Vorfreude aufs nächste Mal ist jedenfalls schon jetzt riesengroß!

 

Dies sind die Augenblicke des Lebens, die lange in uns haften und in freudiger Erinnerung bleiben werden, denn allzu oft hat man für solch großartige Erlebnisse keine Gelegenheit!