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17.03.2010 Juchem Saisonstart 2010
 

 

Der Steinbruch Juchem, ein Paradies für Freunde der kleinen glitzernden Wunder der Natur.

 

von Hartmut Fuß

 

 

 

 

 

 

 

Ob Hobby-Mineraloge oder Profi, der „Juchem“ ist schon seit Jahrzehnten die prominenteste unter den Fundstellen in der Edelsteinregion Idar-Oberstein. Hatten vor Jahrzehnten die Sammler die Qual der Wahl, welchen Fundort sie in der „Edelsteinregion“ anfahren sollten, so ist der Steinbruch Juchem heutzutage bekanntermaßen die einzige Möglichkeit diesem äußerst interessanten  Hobby nachzugehen.
 

Nur, die Art und Weise des Sammelns, wie auf diesem Bild festgehalten, ist vorbei. Das wilde und ungeschützte Umherirren auf dem Bruchgelände ist passé. Auch Ballettschühchen und Petticoat gehören der Vergangenheit an.
Damals war wohl wirklich alles ungezwungener, unaufgeregter und unreglementierter. Die so oft zitierte Deutsche Gründlichkeit griff also noch nicht; man führte die Sammler noch an der langen Leine.
Mittlerweile gehören solche Momentaufnahmen wie diese der Vergangenheit an. Gesetze, Regeln und Auflagen, an die sich der Steinbruchbetreiber unbedingt zu halten hat, stehen im Vordergrund. Hohe Auflagen machen es der Firmenleitung der Fa. Juchem nicht leicht, das Suchen zu erlauben – sicherlich eine Gratwanderung.

Die wenigen heute noch aktiven einheimischen Sammler wissen sehr wohl, was Sie vor allem den Herren B. Juchem und R. Juchem zu verdanken haben. Es ist am Verhalten der ganz großen Mehrzahl der Sammler eindeutig zu erkennen, dass sie unbedingt alles dazu beitragen wollen, dass ihnen diese einzigartige Möglichkeit des Mineraliensammeln nicht entrissen wird.
Dass der Verhaltenskodex ab und an mal einer schrägen Eigeninterpretation unterzogen wird,  ist ärgerlich, aber auch kleine Kinder testen immer wieder mal ihre Grenzen. Und was dann passierte, wissen wir ja alle noch aus Erfahrung.

Nicht mehr lange, dann ist es auch in diesem Jahr wieder soweit: wie die Jahre zuvor, wird der Steinbruch Juchem auch in diesem Jahr zu Ostern wieder seine Pforten für uns Sammler öffnen.(Gegenteiliges ist bis dto. nicht bekannt.)

Schon am vergangenen Wochenende sollte interessierten Besuchern der Internationalen Achatbörse Niederwörresbach, die Möglichkeit gegeben werden, im Steinbruch Juchem auf Mineraliensuche zu gehen. Leider machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Trotz herrlichem Sonnenschein,  der nachts gefallene Schnee und die frostigen Temperaturen erlaubten die Mineraliensuche nicht. Da die „offizielle Eröffnung“ der Sammelsaison quasi vor der Tür steht, hielt sich die Enttäuschung bei den wieder aus ganz Europa angereisten Sammlern jedoch in Grenzen.

 



     

Am Rande der Internationalen Achtbörse in Niederwörresbach bekam ich diese Achate aus dem Steinbruch Juchem vorgestellt. Ein wahres Prachtexemplar, welches von einer Sammlerin auf einer Halde als Teil einer ehemals ca. handballgroßen Achat/Quarzmandel gefunden wurde und vor dem Gang durch den alles zerstörenden Brecher gerettet wurde.
Das Schleifen und  Polieren konnte erst nach Durchführung eines Fehlschnittes erfolgen.
Achate in dieser Größe und dieser Farbgebung stellen eine Seltenheit dar. Offene Risse zeigt der Achat so gut wie keine – randständig einen vernachlässigbar kleine Wachstumsstörung.

Größe: ca. 18 x 14 cm, mit einer lebhaften Zeichnung und in den selteneren zartroten Pastellfarben.

 

 

     

Ein kleineres Exemplar aus der gleichen Fundregion; Größe : ca. 7 x 3,5 x 4 cm

 

     

     

Ebenso vor dem Zubiss der stählernen Mahlzähne gerettet, wurde dieser unbeschädigte Calcit-Schwimmer. Größe ca. 35 x 20 x 15 cm.
Gefunden wurde dieses einmalige Stück von einem erfahrenen Sammler in einer Kluft an einem der letzten Tage der Sammelsaison 2009,  kurz vor Toresschluss also. Leider konnte die recht tiefe Kluft nicht weiter erforscht werden. Es war aber eher unwahrscheinlich, dass sich noch mehr solcher sensationeller Prachtstücke in der Felsspalte befanden. Die anderen, bis größere HS-Stücke, waren bei weitem nicht so attraktiv: alle wiesen Anwachsstellen auf.   

 

 

 

 

Von außen nicht zu erahnen, welches Prachtstück nach dem Schneiden ans Tageslicht kam:
Eine von den ganz wenigen unbeschädigt geborgenen Drusen aus der Wasserfallregion.

Größe der Rauchquarzdruse  ca. 18 x 12 x 10 cm (eine Hälfte)

 

 

 

Bemerkenswerte Achate aus dem Steinbruch Juchem, Fundregion Achatecke; dort sind seit Ende der 1990 Jahre keine Funde mehr möglich.