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12.09.10 Tag des Geotops - Wanderung zur Basaltrose am Steinbruch Hellerberg
 
Zum diesjährigen Tag des Geotops am 19. September veranstalten die Gemeinde Freisen , der Naturpark Saar-Hunsrück und der Mineralienverein Freisen eine geführte Wanderung zum vielleicht spektakulärsten Geotop in der Gemeinde, der sogenannten Basaltrose. Als Geotope werden erdgeschichtliche Gebilde der unbelebten Natur bezeichnet, die Erkenntnisse über die Entwicklung der Erde und der Entstehung des Lebens vermitteln. Geotope sind von Natur aus außerordentlich vielgestaltig.

Im Freisener Steinbruch am Hellerberg wurde jahrzehntelang Andesit abgebaut. Dabei handelt es sich um ein magmatisches Ergussgestein, das sich in einer Phase des permischen Vulkanismus, vor über 270 Millionen Jahren, bildete. Heute lassen sich am Hellerberg noch mehrere einstige Lavaströme nachweisen, und in randlichen Mandelstein-Zonen machten die heimischen Mineraliensammler faszinierende Achatfunde. An einigen Stellen zeigt der Andesit am Hellerberg plattige Abspaltungen. Zu diesem Formenschatz gehört auch eine eindrucksvolle halbkreisförmige Felsstruktur, die sich etwa 15 Meter hoch an einer Steinbruchwand abzeichnet.

Die Entstehung dieser "Basaltrose", wie sie bisher umgangssprachlich bezeichnet wurde, wirft Rätsel auf: Manche sehen hierin das Zeugnis eines sich vorwärts bewegenden Lavastroms. Andere Experten halten die Form dagegen für den Aufschluss einer nach oben gerichteten domartigen Intrusion, das heißt den Rest einer magmatischen Schmelze, die sich in das bereits erstarrte Vulkangestein hineindrückte. Nachdem dieser unterirdische Gang von der Erosion freigelegt war, bildeten sich aufgrund von Druckentlastung und Verwitterung plattige Absonderungen. Wie durch ein Fenster in die Erdgeschichte kann man die Andesit-Intrusion heute im Querschnitt bestaunen.

Die Basaltrose im stillgelegten Steinbruch Hellerberg war bis zuletzt weitgehend verschüttet. Mit Geldern des EU-Förderprogramms Leader konnte diese im Winter wieder freigelegt werden. Bis zum kommenden Frühjahr soll zudem am Hellerberg ein Geopfad entstehen, auf dem man viele interessante Informationen zur Geologie und den Mineraliefunden in der Region erfahren wird. Daneben werden zwei weitere Thementouren vorbereitet, bei denen der Wanderer Informationen zu den regionalen Sehenswürdigkeiten auf mit GPS bestückten Handcomputern erhält. Im Frühjahr können sich dann interessierte Besucher in Freisen mit diesen Leihgeräten auf eine spannende Entdeckungstour begeben.

Der Tag des Geotops wurde im Jahr der Geowissenschaften 2002 das erste Mal deutschlandweit durchgeführt und findet seitdem alljährlich am dritten Sonntag im September statt. An dem Aktionstag werden der breiten Bevölkerung Orte von erdgeschichtlicher Bedeutung vorgestellt, an denen man die Entwicklung der Erde und des Lebens nachvollziehen kann: Geologisch herausragende und sehenswerte Aufschlüsse, Landschaftsformen, Findlinge, Quellen und Höhlen. 

Das Programm an diesem Tag (Sonntag, 19. September):

9:00 Uhr: Treff am Mineralienmuseum in Freisen. Möglichkeit zur Besichtigung des Museums mit beeindruckenden Mineralienfunden aus der Region. Mitglieder des Mineralienvereins präsentieren die Ausstellung und haben eine Menge über die Funde und ihre Geschichte zu erzählen.

ca. 9:30 Uhr: Fahrt zum Steinbruch Hellerberg mit eigenen KFZ. Kurzwanderung zur Basaltrose. Dort Erläuterungen zur Entstehungsgeschichte und weitere Informationen zu den kommenden geotouristischen Angeboten in der Gemeinde Freisen.

ca. 11:30: Rückfahrt zum Mineralienmuseum Freisen. Dort Möglichkeit zum Imbiss.

Artikel von Michael Hahl zur Basaltrose am Hellerberg: Der Steinbruch Hellerberg und seine „Basaltrose“ - Neubetrachtung eines geotouristischen Highlights in Freisen

Informationen zum Tag des Geotops im Internet: www-tag-des-geotops.de