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07.01.10 Juchem Feuerstelle

Im Zeitraum zwischen Ostern 2002 und Juli 2002 brachte die Fundregion Feuerstelle bemerkenswerte Funde hervor.

 

Autor: Hartmut Fuß

 

 

Der Juchem-Baum

 

 

 

 

 

Im Mai 2002 bemerkte ein Sammler einen ca. handballgroßen weißen Fleck in dem von Radladern, Raupen und Baggern stark malträtierten Bodenbereich dieser Abbauregion. Eigentlich ein Hinweis, dass dort etwas „Kalkiges“ zerstört / zermahlen  wurde; also auf den ersten Blick eigentlich uninteressant für Sammler. Trotzdem nahm ein erfahrener Sammlerkollege diese Gebrösel genauer unter die Lupe und kratzte die, den Splitterbereich umgebende sandige Erde, großräumig weg. Rasch konnte man feststellen, dass sich hinter dem vermuteten kalkigen Gebrösel mehr als nur Splitter einer kleineren Mandel versteckten. Sehr schnell kamen die ersten Kristalle zutage; nicht lose in einem Hohlraum herum liegend, sondern fest in einem Verbund verwachsen. Je weiter die Steinchen, Kalkschalen und der Sand weggeräumt wurden, desto größer wurde die Verwunderung und das Erstaunen darüber, was sich eigentlich unter diesem Kalkfleck verbarg. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen sehr großen Rauchquarzigel handelte, der den Drusenraum fast vollständig ausfüllte.
Die Druse hatten einen Durchmesser von ca. 90 cm., der Igel hatte die Ausmaße: 70 x 50 x 40 cm.

Die dem Igel gegenüberliegende Drusenwand besaß keinerlei Kristalle(!); an Calcit fand sich ein winziger Einzelkristall, lose im kleinen, freien Drusenraum. Die Drusenwand besaß einen dünnen, grau-blauen Achatrand.
Welcher sensationelle Fund dieser, schon durch seine Größe beeindruckende Igel eigentlich darstellte, zeigte sich sodann nach dem ersten Schnitt.

Geschnitten wurde der Klotz in der Schleiferei Dreher (Inh. S. Brunke) / Fischbach. Eine Schleiferei, der Generationen von Sammlern seit vielen Jahrzehnten ihre Fundstücke aus der Edelsteinregion um Idar-Oberstein zum Bearbeiten anvertrauen.

Gleich der erste Schnitt förderte ein sensationelles Bild zutage: eine Komposition aus Achat, Calcit und Pseudomorphosen nach Aragonit bildeten die Umrisse eines Baumes. Eingerahmt wurde das ganze von einem Kranz aus angeschnittenen  rauchigen Quarzkristallen. Größe des Stückes: 60 x 40 cm.

Wegen der Einzigartigkeit wurde dieser Fund einem breiten Publikum zugänglich gemacht. So war er über Monate im Idar-Obersteiner Heimatmuseum zu bewundern. Auch auf den Münchener Mineralientagen 2005 fand er im Rahmen der damaligen Sonderausstellung "Achate", große Aufmerksamkeit bei den Messerbesuchern.

 

 

 

     

     

 

     

 

 

 

 

Auf der gleichen Abbauebene, einige Meter entfernt vom Fundort des Juchem-Baums, wurde ich einige Wochen später, auf eine vergleichbare Verfärbungen in der Bodenfläche aufmerksam. Auch dahinter versteckte sich eine Druse (Durchmesser ca. 1m) im gelockerten Gestein. Diese war jedoch durch die Sprengung fast vollkommen zerstört und in sich zusammengefallen. So konnte ich nur Bruchstücke und Einzelkristalle bergen. Die klaren Kristalle zeigten eine zartblaue Färbung. Sehr interessant war hier jedoch der ca. 3 cm dicke Drusenmantel. Dieser bestand aus intensiv dunkelrot gefärbtem Augenachat.

 

 

     

 

 

In der anstehenden, ca. 5 m hohen Wand, stießen Sammler auf 3 Klüfte. Diese erreichten eine Höhe von bis zu ca. 90 cm, eine Tiefe bis 80 cm und eine Breite bis 1,5 m. Das Innenleben bestand größtenteils aus einem kompakten Gemenge aus Quarz, Calcit und Achat.

Größere, frei gewachsene Kristalle waren die große Seltenheit.

Als äußerst interessant stellten sich die Randbereiche dieser Klüfte und die zahlreichen Bruchstücke auf den Halden in Kluftnähe heraus: wulstige, mit kleinen Rauchquarzkristallen bewachsene Bruchstücke gaben nach dem Schneiden ihr Inneres Preis:

in farblosen Quarz ragen Röhrenstrukturen, schalenartig aufgebaut, aus weiß gefärbtem Achat   Je nach Schnittführung zeigten sich Augen, oder Röhrenachate.
Augenachate in dieser Art wurden noch nie im Steinbruch Juchem gefunden und stellen somit eine absolute Seltenheit dar.

 

 

 

                                 

 

     

                

     

     

 

 

Sollten Sie Fragen zum Thema Steinbruch Juchem haben, so wenden Sie sich bitte an folgende Mail-Adresse:  juchem@mineralienverein-freisen.de