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18.09.11 Tag des Geotops - Wanderung zur Basaltrose am Steinbruch Hellerberg
 

Zum diesjährigen Tag des Geotops am 18. September veranstalten die Gemeinde Freisen und der Mineralienverein Freisen eine geführte Wanderung auf dem erst kürzlich neu eingeweihten Achatwanderweg rund um den Hellerberg in Freisen.

 

Mit einer Streckenlänge von etwa 6,5 km ist der Achatwanderweg auch für Nicht – Marathon – Wanderer durchaus zu bewältigen.

An insgesamt 10 Stationen mit anschaulichem Bild – und Textmaterial wird der Wanderer tief zurückgeführt in die urzeitliche Entstehung der Vulkane während der erdgeschichtlichen Epochen des Karbon und der Permzeit.

Im Karbon, vor etwa 350 Mio Jahren, setzte verursacht durch gewaltige Kräfte im Erdinneren eine sehr lang andauernde Phase von immensen Vulkanausbrüchen ein. In deren Folge erhob sich in der sog. Saar-Nahe-Senke, welche von Lebach bis nach Bad Kreuznach reicht,  ein mächtiger Gebirgszug, in dessen Grenzverlauf auch der uns heute als Hellerberg bekannte Bergrücken liegt. Ihm und seinen geologischen und explizit auch mineralogischen Eigenheiten gilt das besondere Interesse auf dieser Wandertour. Wie der Name schon vermuten lässt, dreht es sich in erster Linie um die weit über die Grenzen hinweg wegen ihrer außergewöhnlichen Farbenpracht bekannten Freisener Achate, welche in ihrer Entstehung und Struktur dem interessierten Wanderer näher gebracht werden sollen. Aber nicht nur Achate kommen zur Sprache, sondern auch eine Vielzahl anderer Minerale werden anschaulich dargestellt.

Als Geotope werden erdgeschichtliche Gebilde der unbelebten Natur bezeichnet, die Erkenntnisse über die Entwicklung der Erde und der Entstehung des Lebens vermitteln. Geotope sind von Natur aus außerordentlich vielgestaltig.

Ein einzigartiges Gebilde stellt eine Andesit - Felsformation auf der 2. Abbausohle des ehemaligen Steinbruch Hellerberg dar. Die als sog. Basaltrose bekannte kugelige Anordnung von mehreren Gesteinsschichten ist in ihrer Größe von weit über 10m das wohl spektakulärste Geotop der Gemeinde Freisen. Die Entstehung ist bis heute nicht vollständig geklärt und lässt entsprechenden Spielraum für geogenetische Spekulationen. Diese reichen von fließenden Lavaströmen über Exfoliation bis hin zur Intrusion, das heißt den Rest einer magmatischen Schmelze, die sich in das bereits erstarrte Vulkangestein hineindrückte.

 

In der Zeit, in welcher diese mysteriöse Felsstruktur entstand schuf unsere Mutter Erde schließlich auch vor ca. 270 Mio Jahren die Voraussetzung für die Entstehung der Achate, in dem sich Gasblasen in der erstarrenden Lava verkapselten und einen Hohlraum bildeten. Ebenso sorgten tektonische Verschiebungen für die Entstehung von Spalten und Rissen. Durch Diffusion entstanden im Nachgang dann über sehr lange Zeiträume die jüngst gefundenen Achate im Hellerberg.

 

 

Es erwartet den Wanderfreund also ein hochinteressanter Erlebnispfad, während dessen Verlauf vieles Wissen über die Entstehung unserer Heimat mit ihren edlen Steinen vermittelt wird. In diesem Zusammenhang sei auch verwiesen auf außerordentlich prächtige Aussicht auf dem Gipfel des Hellerberges, welche bis weit ins Saarland und das angrenzende Rheinland Pfalz reicht.

Der Tag des Geotops wurde im Jahr der Geowissenschaften 2002 das erste Mal deutschlandweit durchgeführt und findet seitdem alljährlich am dritten Sonntag im September statt. An dem Aktionstag werden der breiten Bevölkerung Orte von erdgeschichtlicher Bedeutung vorgestellt, an denen man die Entwicklung der Erde und des Lebens nachvollziehen kann: Geologisch herausragende und sehenswerte Aufschlüsse, Landschaftsformen, Findlinge, Quellen und Höhlen.

Informationen zum Tag des Geotops im Internet: www-tag-des-geotops.de

 

 

Das Programm an diesem Tag ( Sonntag, 18. September 2011 ):

9:00 Uhr : Treff am Mineralienmuseum in Freisen und Begrüßung durch Bürgermeister Wolfgang Alles

9:15 Uhr :  Aufbruch zum Achatwanderweg. Geführte Wanderung mit dem Geologen Michael Hahl, welcher den Wanderweg maßgeblich mitkonzipiert hat.

12:30 Uhr : Rückkehr zum Mineralienmuseum in Freisen, wo ein warmes Mittagessen angeboten wird.

Möglichkeit zur Besichtigung des Museums mit beeindruckenden Mineralienfunden aus der Region. Mitglieder des Mineralienvereins präsentieren die Ausstellung und haben eine Menge über die Funde und ihre Geschichte zu erzählen.

Zusätzlich besteht die Option, nach dem Mittagsessen im Demonstrationsraum des Mineralienvereins bei der Bearbeitung von Edelsteinen beizuwohnen.