> Startseite > News Archiv


zurück



02.09.2015 - Steinbach
 

Steinbach

Nordöstlich von Lebach befindet sich der Steinbruch Setz, der Fundort der legendären Steinbach-Achate.

Geologie:
Bei dem Gestein, das im Steinbruch Setz abgebaut wurde, handelt es sich um eine andesitische permische Intrusion, die als 60 – 80m mächtiger Lagergang in die Tholeyer Sedimente des Unterrotliegenden eingedrungen ist. Der Abbau ist ca. 400m lang und wurde in eine Tiefe von ca. 50 m vorgetrieben. Im unteren Bereich steht ein dunkelgrauer, dichter porphyrischer Pyroxenandesit mit säuliger Absonderung, im oberen Bereich ein plattiger, doleritischer basaltischer Andesit an. Überlagert wird das Gestein im nordöstlichen Bereich von einer Sandsteinklippe der Tholeyer Gruppe.

Steinbach-Achate
Prominent sind die enorm farbenprächtigen und hervorragend ausgebildeten Spaltenfüllungs- bzw. Gangachate (sehr, sehr selten Mandeln!) und Jaspise. Die gefundenen Achate brauchen keinen Vergleich mit den besten Funden aus dem Raum Freisen, Idar-Oberstein oder Baumholder zu scheuen. Zweifellos zählen die Funde aus diesem Raum mit zu den besten Achatfunden in Deutschland. Es kommen praktisch alle Farben vor: schwarz, porzellan-weiß, alle Grau-, Braun- oder Rot-Abstufungen (von leicht bis knall-rot), orange, blaugrau bis fast blau, ocker, fliederfarben, selten (zitronen-)gelb, pastell und auch grün. Besonders die intensive feuerrote Färbung muss hier erwähnt werden. Scharfe Abgrenzungen und schöne Kontraste in den Mustern sind ein weiteres Markenzeichen der Steinbach-Achate.
Steinbach ist eine der wenigen Fundstellen, in der die sogenannten Pyritachate gefunden wurden. Gleichzeitig mit dem Chalzedon/Achat kristallisierte der Pyrit in den Spalten und Gängen aus. So treten Achatbänderungen auf, die sich regelmäßig mit Pyriteinschlüssen bzw. –lagen abwechseln.
 
Andere Mineralien :
- alle typischen Quarzvarietäten (Tief-Quarze): Bergkristall, klar oder mit Einschlüssen von
Goethitbüscheln und/oder Hämatit-Plättchen in schwarz-metallischer oder roter Farbe; Rauchquarz-XX als Rasen und Einzelkristalle; selten Amethyst; sehr schöner Eisenkiesel-Quarz als Rasen und Einzelkristalle. Es wurde Kristalle im mm-Bereich bzw. bis zu einer Größe von 5 cm gefunden. Auch einzelne idiomorph ausgebildete Kristalle kamen reichlich vor.

-Calcit-/Dolomit-Kristalle bis zu einer Größe von mehreren cm (beide in der Regel auf Quarz aufgewachsen); freistehende Goethit-Büschel bis zu 2 cm, einzelne Aggregate sogar bis 15 cm groß!; Hämatit-Kristalle bis mehrere mm; Pyrit-Kristalle (Würfel) bis mehrere mm; Kupferkies-Kristalle bis mehrere cm; freigewachsene Markasit-Kugeln bis 3 cm; wenig Baryt (mm-Bereich); Bleiglanz-Würfel bis 0,5 cm; selten Aragonit bis mehrere mm

Aufgrund des hohen Eisengehaltes der Lösungen hat sich enorm viel Pyrit bzw. Markasit, meist in den Gestein- bzw. Achatlagen verteilt. So konnten nach einer Sprengung massive Pyritblöcke von bis zu 70 cm Dicke geborgen werden!
Adular, Amphibol, Bornit, Cerussit, Chrysokoll, Harmotom, Heulandit, Malachit, Seladonit und Sphalerit (alle oft im MM-Größe), vervollständigen die Mineralienliste dieser Lokalität.

 
2000/2001 wurde der Abbau in diesem Steinbruch eingestellt. Die ehemaligen Fundstellen sind nicht mehr zugänglich. Da verfüllt, bzw. rekultiviert, bestehen keinerlei Fundmöglichkeiten mehr. Mittlerweile hat sich im ehemaligen Hauptfundbereich ein kleiner See gebildet, so dass mit Funden per se nicht mehr zu rechnen ist.

!!!!!  Hinweis: Der Zutritt zu dem ehemaligen Bruchgelände ist verboten  !!!!!

Literatur Hinweise
Mineralien-Welt, Jg.16, Nr.2, S. 65-72; Müller,H.D. und Knapp,K. -> „Die Achate von Lebach/Steinbach im Saarland“.
Mineralien-Welt, Jg.26, Nr.5, S. 24-49; Thomas Kleser -> „Über Mineralienfunde aus dem Saarland“.